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„Kurd_innen“

Das Verständnis, wer dem Personenkreis der „Kurd_innen“ angehört ist in der wissenschaftlichen Literatur umstritten. Ich beziehe mich in meinen Ausführungen auf die Definition von Franz Erhard.

„Ein Kurde ist eine Person, die sich selbst im Unterschied zu Angehörigen anderer Volksgruppen als Kurde identifiziert und anderen Volksgruppen sowie von übrigen Kurden als Anhänger des kurdischen Volkes anerkannt wird. Je nach Situation kann eine derartige Identifikation mit Gewinn oder Verlust von sozialem Prestige verbunden sein. Es gibt sowohl Beispiele dafür, daß [sic!] Personen an ihrer kurdischen Identität festhalten, obwohl sie sich sprachlich und kulturell anderen Volksgruppen angeglichen haben, als auch Beispiele dafür, daß [sic!] Personen aus sozialen, wirtschaftlichen oder politischen Überlegungen heraus ihre kurdische Identität verleugnen bzw. bewußt [sic!] abstreiten. Solchermaßen subjektive Identifikationskriterien spielen im Einzelfall eine bedeutende Rolle für die betreffende Person, im größeren Kontext können sie jedoch nicht einmal annährend berücksichtigt werden. Die Definition, wer alles ein Kurde sei, bleibt daher unbestimmt und hinterfragbar.“ (Erhard, Franz (1986): Kurden und Kurdentum. Zeitgeschichte eines Volkes und seiner Nationalbewegung. Hamburg. 11.)

Verfasserin L.E.

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